Wertminderung

Bei der Wertminderung muss man unterscheiden zwischen merkantiler und technischer Wertminderung.

Merkantile Wertminderung

Die merkantile Wertminderung (merkantil lat. kaufmännisch) soll dem Verlust an Marktwert entsprechen, der bei einem Fahrzeug infolge einer Unfallinstandsetzung entsteht.

Die merkantile Wertminderung wird durch die Offenbarungspflicht des Unfallschadens begründet. Jeder Fahrzeugbesitzer ist bei einer Weiterveräußerung seines Fahrzeugs verpflichtet, über dessen Vorgeschichte gewissenhaft Rechenschaft abzulegen, und dazu zählt ganz besonders die Offenbarung von Unfallschäden.

Aufgrund der geltenden Rechtssprechung sind heutzutage fast alle Schäden offenbarungspflichtig. Die kursierenden Geschichten, dass nur ein „Rahmenschaden“ offenbarungspflichtig sei, sollten Sie daher schnell vergessen, wenn Sie nicht gegen geltendes Recht verstoßen wollen!

Selbst wenn ein Fahrzeug sach- und fachgerecht repariert wird, ist und bleibt es ein Unfallfahrzeug.

Dem Sachverständigen stehen zur Ermittlung eines Grundwertes für die merkantile Wertminderung verschiedene Berechnungsmodelle zur Verfügung. Dieser Grundwert muss dann noch vom Sachverständigen mit seiner Sachkenntnis modifiziert und angepasst werden. Eine rein mit einem Computerprogramm berechnete merkantile Wertminderung kann daher niemals objektiv richtig sein!

Maßgebend für die Höhe der merkantilen Wertminderung sind objektive Kriterien wie notwendiger Reparaturumfang, Schadenshöhe bzw. Reparaturkosten, Reparaturweg, Fahrzeugart, Fabrikat, Typ, Fahrzeugalter, Laufleistung, Gesamtzustand, Vorschäden, Zahl der Vorbesitzer, Fahrzeugwert und letztlich die Marklage.

Die nach wie vor herrschende Meinung, das an Fahrzeugen die älter 5 Jahre seien oder eine Laufleistung von mehr als 100000km aufweisen, keine merkantile Wertminderung aufgrund eines Unfallschadens eintritt, ist aus mehreren Gesichtspunkten überholt.

Auch die Rechtssprechung geht immer mehr davon aus, dass auch an älteren Fahrzeugen und an solchen mit hohen Laufleistungen infolge eines Unfallschadens eine merkantile Wertminderung eintritt.

In der Zeit, als diese Regelung eingeführt wurde, waren Fahrzeuge nach 5 Jahren oder 100000km Laufleistung bereits meist so verbraucht, dass ein merkantiler Minderwert meist nicht mehr zum Tragen kam. Diese Regelung ist aber auf unsere heutige Zeit mit den neueren Fahrzeugen nicht mehr anwendbar.

Die Gebrauchszeiten sowie Laufleistungen moderner Fahrzeug sind heute bei weitem höher. Auch die Gebrauchtfahrzeugwerte am Markt spiegeln dies wider.

Eine merkantile Wertminderung tritt auch dann ein, wenn das Fahrzeug unrepariert weitergefahren wird.

Zu allen Fragen der Wertminderung können Sie sich jederzeit an uns wenden.

Des Weiteren erstellen wir Ihnen bei Bedarf ein so genanntes Wertminderungs-Gutachten, aus dem die an Ihrem Fahrzeug nach einem Unfall eingetretene merkantile Wertminderung hervorgeht.

Technische Wertminderung

Eine technische Wertminderung kommt dann zum Tragen, wenn ein Fahrzeug technisch nicht mehr in vollem Umfang instand gesetzt werden kann.

Dies sollte an der heutigen Reparaturtechnik gemessen natürlich nicht mehr vorkommen oder möglich sein. Allenfalls bei Einzelanfertigungen oder Sonderfahrzeugen, für die keine funktionierende Ersatzteilversorgung vorhanden ist und daher improvisiert werden muss, kann eine technische Wertminderung zum tragen kommen.

Karl Stoll

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